In fünf Sätzen
- Wir vergleichen drei Kostenkurven über zwanzig Jahre, von 2026 bis 2045: Ihre Gasheizung behalten, auf eine Wärmepumpe wechseln, an die Fernwärme gehen.
- Der Kern ist das Netzentgelt: Wenn Haushalte das Gasnetz verlassen, verteilen sich dieselben Netzkosten auf weniger Anschlüsse, und der Preis pro Anschluss steigt.
- Wie viele Haushalte gehen, nehmen wir aus dem beschlossenen Wärmeplan Ihrer Stadt, nicht aus einer eigenen Schätzung.
- Alle Preise stammen aus veröffentlichten Preisblättern und amtlichen Quellen, die unten mit Datum aufgeführt sind.
- Das Ergebnis ist eine Prognose über zwanzig Jahre und damit keine Zusage. Wir zeigen deshalb eine Spanne und legen offen, wo das Modell an seine Grenzen stößt.
Für welche Städte das gilt
Das Verfahren oben ist nicht an eine Stadt gebunden. Es braucht drei Quellen: das Preisblatt des örtlichen Gasnetzbetreibers, den beschlossenen Wärmeplan der Stadt und die Förderprogramme von Bund und Kommune. Wo diese Quellen geprüft vorliegen, rechnen wir mit ihnen. Wo sie fehlen, rechnen wir mit Ersatzwerten, und die Tabellen weiter unten sagen an jeder Zahl, welcher Fall vorliegt.
| Quelle | München | Übrige Netzgebiete |
|---|---|---|
| Netzentgelt Gas | Preisblatt SWM Infrastruktur 2026, Primärquelle | Preisblatt des zuständigen Netzbetreibers, soweit hinterlegt |
| Gaspreis | Grundversorgung SWM, Preisblatt 2026 | 7,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2, bundesweiter Ansatz |
| Wärmeplan und Abwanderungspfad | Wärmeplan 2024, Zielpfad aus dem FfE-Abschlussbericht | siehe Abschnitt Grenzen |
| Fernwärmepreise | Preisblatt M-Fernwärme München ab 01.01.2026 und Preisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH ab 01.08.2026, beide Primärquelle | Entfernung des Hauses zur Fernwärmeleitung, siehe Hausanschluss unten |
| Kommunale Förderung | FKG München, Richtlinienheft vom 02.07.2026 | nur Bundesförderung |
Im Detail
Was genau verglichen wirdDrei Kurven, ein Wechselzeitpunkt+
Für jedes Jahr von 2026 bis 2045 rechnen wir drei Jahreskosten aus:
| Kurve | Enthält |
|---|---|
| Gas | Netzentgelt, Erdgas-Arbeitspreis, CO2-Kosten, Kapazitätsabgabe, Messdienstleistung, Wartung des Kessels und eine Erneuerung des Kessels am Ende seiner Lebensdauer |
| Wärmepumpe | Stromkosten für den Heizbedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl, Wartung, Abschreibung der geförderten Investition über zwanzig Jahre |
| Fernwärme | Arbeitspreis, Grundpreis, Abschreibung des geförderten Hausanschlusses über dreißig Jahre |
Danach prüfen wir jedes mögliche Wechseljahr durch: Gas bis Jahr X, danach die Alternative. Das Jahr mit den niedrigsten Gesamtkosten ist der ausgewiesene optimale Wechselzeitpunkt. Die Ersparnis ist die Differenz zwischen diesem Pfad und dem Pfad, bei dem Sie beim Gas bleiben.
Fernwärme wird nur dann verglichen, wenn laut Wärmeplan überhaupt ein Netz in Ihrem Gebiet vorgesehen ist und für Ihre Stadt echte Preisdaten vorliegen. Sonst bleibt die Kurve leer, statt mit fremden Tarifen gefüllt zu werden.
Der Kern: warum das Netzentgelt steigtEine Formel mit zwei belegten Größen+
Das Netzentgelt ist der Teil Ihrer Gasrechnung, der für Bau und Betrieb des Verteilnetzes anfällt. Es steigt aus zwei unabhängigen Gründen, und beide rechnen wir getrennt:
| Größe | Bedeutung | Wert |
|---|---|---|
| i | Kostensteigerung des Netzbetreibers, gemessen an seiner genehmigten Erlösobergrenze | 3,82 % pro Jahr |
| λ | Anteil der Haushalte, die das Gasnetz pro Jahr verlassen | 6,1 % bis 2030, danach 9,9 % |
Der zweite Teil ist der entscheidende. Die Netzkosten sind weitgehend fix, sie fallen nicht, wenn Kunden gehen. Bei zehn Prozent weniger Anschlüssen zahlt jeder verbliebene Haushalt rund elf Prozent mehr, allein durch die Verteilung.
Im Referenzfall führt das von 477 € im Jahr 2026 auf 5.973 € im Jahr 2045.
Alle Parameter mit QuelleWerte, Herkunft, Stand+
Gasseite
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Netzentgelt Basisjahr | Grundpreis plus Arbeitspreis mal Verbrauch, aus dem Preisblatt des zuständigen Netzbetreibers. München 2026: 42,27 € Grundpreis, 1,9912 ct/kWh, netto. Im Modell für München mit 19 % Umsatzsteuer, weil alle anderen Preise brutto sind | Preisblatt SWM Infrastruktur 2026 |
| Kostensteigerung i | 3,82 % pro Jahr | Angepasste Erlösobergrenze SWM Infrastruktur 2023 bis 2025. Gegenprobe am Fenster 2017 bis 2021: 3,35 % |
| Abwanderung λ | 6,1 % pro Jahr bis 2030, danach 9,9 % | Kommunale Wärmeplanung München, Zielpfad aus dem FfE-Abschlussbericht "Wärmestrategie München" vom 30.01.2024, Kapitel 9.2 |
| Realisierungsgrad | 1,0 | Gesetzt, nicht gemessen. Siehe Grenzen |
| Gaspreis 2026 | München: Grundversorgung der SWM, 11,26 ct/kWh plus 185,24 € Grundpreis im Jahr (brutto, 7.501 bis 103.000 kWh; andere Stufen entsprechend). Netzentgelt und CO2-Preis werden herausgerechnet und laufen getrennt weiter, der Rest steigt um 2 % pro Jahr. Andere Städte: 7,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2, siehe Grenzen | Preisblatt M-Erdgas Allgemeine Preise, SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.01.2026. Steigerung von 2 % ist eine Annahme |
| CO2-Preis | 65 €/t im Jahr 2026, ansteigend auf 240 €/t im Jahr 2045 | BEHG-Auktionskorridor und DEHSt für 2026 und 2027, danach ETS2-Pfadschätzung nach Ariadne 2025 und EWI Köln 2025 |
| CO2-Faktor Erdgas | 183,3 g/kWh, brennwertbezogen | Emissionsberichterstattungsverordnung 2030: 202,9 g/kWh heizwertbezogen, umgerechnet mit dem Faktor 0,903. Gegenquelle Umweltbundesamt 2026. Brennwertbezug, weil der Verbrauch aus der Gasabrechnung stammt |
| Bio-Treppe §43 GModG | Pflichtanteil klimaneutraler Brennstoffe für neu eingebaute Gasheizungen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Gerechnet als Aufschlag auf den Großhandelsabstand zwischen Biomethan und Erdgas, aktuell 6,5 ct/kWh netto | Gesetzestext §43 GModG. Biomethanpreis: EWI, "Biomethan im deutschen Gebäudesektor", 10.06.2026. Abstand gegengeprüft an IW Köln, Report 36/2026 |
| CO2 auf den biogenen Anteil | entfällt | Für biogene Brennstoffe werden keine Emissionen bilanziert |
| Weitere Fixkosten | München: Messung und Abgaben stecken im Tarif, dazu 150 € Kesselwartung. Andere Städte: 270 € pro Jahr, davon 80 € Kapazitätsabgabe, 40 € Messdienstleistung, 150 € Kesselwartung | Kesselwartung: Erfahrungswert. Übrige Werte: Bundesdurchschnitt |
| Erneuerung des Gaskessels | 7.500 € einmalig in dem Jahr, in dem die heutige Heizung 27 Jahre alt wird. Ohne Angabe des Baujahrs nehmen wir an, sie ist heute 20 Jahre alt, die Erneuerung fällt dann in sieben Jahren an. Wer auf Gas bleibt, kauft irgendwann einen neuen Kessel. Diese Ausgabe stand bis zum 30.09.2026 nicht in der Rechnung, die ausgewiesene Ersparnis war dadurch um diesen Betrag zu niedrig | Preisspanne 6.000 bis 9.000 € für eine Gaszentralheizung im Einfamilienhaus inklusive Einbau: co2online, Stand 21.05.2026. Lebensdauer 27 Jahre, hergeleitet aus der gemessenen Tauschrate von 3,69 % im Bestand (ZIV und BDH) |
Wärmepumpe
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Strompreis | 24,19 ct/kWh im Jahr 2026, plus 1,5 % pro Jahr | SWM Wärmepumpentarif nach §14a EnWG, gültig ab 01.02.2026 |
| Jahresarbeitszahl | 2,3 bis 3,8, geschätzt aus Heizkörpertyp und Baujahr | Eigene Schätzung. Fußbodenheizung 3,8, Niedertemperatur 3,2, Gussheizkörper 2,3 |
| Investition | Aus der Heizlast (Verbrauch geteilt durch 1.800 Stunden), auf 100 € gerundet. Beispiele: 12 kW rund 38.500 €, 30 kW rund 73.700 €. Ohne Netzverstärkung, Schallschutz und Sonderaufstellung | Kurvenform aus dem Münchner Wärmeplan (FfE, Anlage 01a, Tabelle 7-6), Höhe angepasst an abgerechnete Anlagen 2023 (ifeu im Auftrag des BMWK, 2025). Über 30 kW hochgerechnet. Ersetzbar durch eigene Angabe |
| Förderung | Aus der hinterlegten Programmdatenbank, Bund und Kommune kombiniert, mit Höchstgrenzen | BEG EM in der Fassung vom 21.07.2026, FKG München nach Richtlinienheft vom 02.07.2026 |
| Abschreibung | Geförderte Investition über zwanzig Jahre | Nutzungsdauer |
| Wartung | 200 € pro Jahr, steigend um 10 € je Betriebsjahr | Erfahrungswert |
Fernwärme
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | 13,99 ct/kWh brutto, das sind 11,76 ct netto | Preisblatt M-Fernwärme München, gültig ab 01.10.2026 |
| Grundpreis | Leistungspreis 47,47 € je kW und Jahr netto, mal der berechneten Heizlast, plus Messpreis. Für ein Haus mit 10 kW sind das rund 653 € brutto im Jahr. Ist für eine Stadt kein Leistungspreis hinterlegt, rechnen wir ersatzweise mit 500 € | Preisblatt M-Fernwärme München, gültig ab 01.01.2026 |
| Preissteigerung | 3,5 % pro Jahr | Gemessen am deutschen Fernwärme-Preisindex: strukturell 1,2 bis 1,5 % pro Jahr, überlagert von zwei Preissprüngen (2022 und 2024, letzterer allein 27 %). Über fünfzehn Jahre mit beiden Sprüngen ergeben sich 4,7 % pro Jahr. Unsere 3,5 % liegen dazwischen, also strukturelle Rate plus ein Aufschlag für weitere Sprünge. Quelle: Eurostat, Verbraucherpreisindex Wärmeenergie, Stand 2025 |
| Hausanschluss München | 10.349 € brutto. Darin Baukostenzuschuss 3.967 €, Netzanschlusspauschale 5.880 € und Inbetriebnahme 502 €, jeweils für ein Einfamilienhaus bis 30 kW | Preisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.08.2026 |
| Was im Hausanschluss NICHT enthalten ist | Die Pauschale deckt drei Meter Leitung im Gebäude. Jeder zusätzliche Meter im Erdreich kostet 827 € brutto. Ein Haus fünfzehn Meter von der Leitung entfernt kommt damit auf rund 22.800 € statt 10.349 €. Wir rechnen ohne diesen Zuschlag, setzen die Fernwärme also eher zu günstig an | Preisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.08.2026 |
| Hausanschluss andere Städte | 15.000 € als Annahme, solange kein Preisblatt hinterlegt ist | Annahme |
| Abschreibung | Geförderter Hausanschluss über dreißig Jahre | Nutzungsdauer |
Rechnung insgesamt
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Betrachtungszeitraum | 2026 bis 2045, also zwanzig Jahre |
| Barwert | Zusätzlich ausgewiesen mit 3 % Diskontsatz. Der Vergleich selbst läuft über die nominalen Summen |
| Mehrwertsteuer | Alle Preise brutto |
Die Spanne und der SchockfallWie unsicher das Ergebnis ist+
Ein Basiswert allein wäre eine Scheingenauigkeit. Wir rechnen deshalb drei Szenarien plus zwei Sonderfälle. Variiert werden dabei die Preisannahmen für Gas und Strom sowie die Kostensteigerung des Netzbetreibers.
| Szenario | Ersparnis im Referenzfall |
|---|---|
| Optimistisch, aus Sicht des Gaskunden | 30.182 € |
| Basis | 36.908 € |
| Pessimistisch, aus Sicht des Gaskunden | 43.508 € |
| Preisschock wie 2022, separat ausgewiesen | 104.321 € |
| Wärmeplan wird nur zu 60 % umgesetzt | 20.416 € |
Der Preisschock steht bewusst außerhalb der Spanne. Ein einmaliger Sprung wie 2021 auf 2022 ist etwas anderes als eine dauerhaft höhere Steigerungsrate, und beides in einen Wert zu mischen hat die Spanne früher verzerrt. Dass das Risiko real ist, zeigt derselbe Netzbetreiber: Die Erlösobergrenze von SWM Infrastruktur stieg 2021 auf 2022 um 47 Prozent.
Wann das Ergebnis kipptDie Gegenprobe, offen gerechnet+
Gerechnet über alle 75 Münchner Postleitzahlen und fünf Gebäudetypen kommt der Rechner in allen 47 Postleitzahlen mit Fernwärme zum selben Ergebnis: Die Wärmepumpe ist günstiger. Ein Rechner, der immer dasselbe sagt, gehört überprüft. Deshalb hier die Bedingungen, unter denen das Ergebnis sich dreht.
| Größe | Kippt allein bei | Zum Vergleich: heutiger Wert |
|---|---|---|
| Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe | unter 1,7 | 2,3 bis 3,8 je nach Gebäude |
| Arbeitspreis Fernwärme | unter 8,9 ct/kWh | 13,99 ct/kWh in München |
| Strompreis | über 37,9 ct/kWh | 24,19 ct/kWh im Wärmepumpentarif |
Einzeln kippt also fast nichts. Kombinationen sehr wohl: Ein Altbau mit einer Jahresarbeitszahl von 2,2, dazu ein Abwärmenetz mit 7 ct/kWh und eine Wärmepumpeninvestition von 38.000 €, und das Ergebnis dreht sich um rund 22.000 € zugunsten der Fernwärme.
Im Mehrfamilienhaus entscheiden die Kosten, wie beim Einfamilienhaus. Große Anlagen sind teurer, das steckt in der Investition. Ab rund 30 kW weist das Ergebnis zusätzlich darauf hin, dass Aufstellung und Schallschutz vom Fachbetrieb geprüft werden müssen. Nur bei Denkmalschutz empfiehlt der Rechner die Wärmepumpe nicht.
Was dieses Modell nicht kannDie ehrliche Liste+
- Außerhalb Münchens ist der Gaspreis ungenauer. Nur für München ist ein echter Endkundentarif hinterlegt. Anderswo rechnet das Modell mit 7,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2-Preis. Die 7,8 ct stammen aus einer Quelle, die bereits einen Endpreis inklusive Netzentgelt und CO2 nennt. Der Gaspreis fällt dort also eher zu hoch aus, die Ersparnis durch einen Wechsel eher zu hoch.
- Es gibt kein Abschaltdatum. In München besteht kein Anschluss- und Benutzungszwang. Die Landeshauptstadt hält fest, dass der Wärmeplan keine Verpflichtung für Gebäudeeigentümer darstellt, und die Wärmesatzung vom 26.11.2025 entfaltet keine rechtliche Außenwirkung. Die Jahreszahlen im Rechner sind Erschließungsjahre, also wann Fernwärme ankommt, keine Abschaltjahre.
- Die Abwanderung ist stadtweit gerechnet, nicht je Stadtteil. Der Wärmeplan trifft seine Aussage für die ganze Stadt. Wir teilen sie nicht auf Zonen auf, weil dafür keine Quelle vorliegt. Folge: Die Kostenkurve ist in allen Zonen gleich, die Zonen unterscheiden sich nur darin, ab wann Fernwärme überhaupt verfügbar ist. Eine Aufteilung ist in Arbeit und würde die ausgewiesene Ersparnis in Fernwärmegebieten voraussichtlich senken.
- Fernwärme steigt bei uns schneller als Gas, und das ist eine Setzung. Wir schreiben den Gaspreis mit 2 Prozent pro Jahr fort, die Fernwärme mit 3,5 Prozent. Gemessen wachsen beide strukturell ähnlich schnell, rund 1,2 bis 1,5 Prozent. Der Unterschied kommt aus den Preisgleitklauseln der Fernwärme und dem laufenden Netzausbau, der über den Preis finanziert wird. Wer diese Annahme nicht teilt, rechnet die Fernwärme günstiger als wir.
- Der Realisierungsgrad ist gesetzt. Wir unterstellen im Basisfall, dass der Wärmeplan wie beschlossen umgesetzt wird. Das Szenario mit 60 Prozent Umsetzung zeigt, was ein langsamerer Verlauf bedeutet. Seit dem 30.09.2026 gibt es dazu zwei Münchner Messungen, und sie widersprechen sich: Die amtlichen Kehrbuchdaten des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen zwischen 2023 und 2024 einen Rückgang der Gasheizungen um 7,4 Prozent, die von der SWM veröffentlichten Ausspeisepunkte im Niederdrucknetz dagegen nur um 0,7 Prozent im Jahr. Unser gesetzter Wert liegt zwischen beiden. Welche der Reihen die richtige Größe misst, klären wir gerade mit beiden Stellen.
- Die Kostenseite ist gemessen, die Abwanderung noch nicht abschließend. Die Steigerung des Netzentgelts stammt aus den tatsächlichen Erlösobergrenzen von 178 Netzbetreibern. Die Gas-, Strom- und Fernwärmepreise haben wir gegen die amtlichen Preisreihen seit 2007 zurückgerechnet. Wie schnell Haushalte wirklich aussteigen, ist die letzte große Größe, die noch an einer Annahme hängt.
- Nach 2040 schreiben wir die Abwanderung flach fort. Der Zielpfad des Wärmeplans ist bis 2040 belegt, danach setzen wir dieselbe Rate weiter an. Rechnerisch hängen dadurch 2045 noch rund 15 Prozent der Haushalte am Gasnetz. Läuft der Ausstieg tatsächlich gegen null, fallen die Netzentgelte der letzten Jahre höher aus als hier gezeigt. Diese Annahme wirkt also zugunsten des Gases und senkt die ausgewiesene Ersparnis.
- Die Grüngasquote für Bestandsheizungen ist nicht eingepreist. Das Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit dem 29.07.2026, kennt zwei Beimischungspflichten. Die Bio-Treppe nach §43 trifft nur, wer eine neue Gasheizung einbaut, und die rechnen wir mit. Die Grüngasquote nach §42a trifft jeden Gasbezug, ihr Quotenpfad ist aber noch nicht festgelegt. Das Gesetz dazu muss die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 vorlegen. Bis dahin fehlt sie in der Rechnung, was die ausgewiesenen Gaskosten eher senkt als erhöht.
- Fernwärmedaten sind nur für München verifiziert. Für andere Städte sind die hinterlegten Werte Schätzungen. Dort wird die Fernwärme nur angezeigt, wenn echte Preisdaten vorliegen.
- Nicht abgebildet: Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, eigener Photovoltaikstrom, Mieterstrommodelle, steuerliche Effekte, Finanzierungskosten und der Restwert der bestehenden Heizung.
- Es ist eine Prognose über zwanzig Jahre. Kein Modell kann heute belegen, was 2040 gilt. Das Ergebnis ist eine begründete Rechnung, keine Zusage.
Datenstand und AktualisierungWas wann geprüft wurde+
| Datenbestand | Stand | Status |
|---|---|---|
| Netzentgelt-Preisblätter München | 2026 | Verifiziert an der Primärquelle |
| Fernwärmepreise München | 2026 | Arbeits- und Leistungspreis sowie Hausanschluss verifiziert an der Primärquelle, zuletzt am 30.09.2026 |
| Preissteigerung Fernwärme | 3,5 % pro Jahr | Annahme, gegen den Preisindex plausibilisiert. Siehe Parametertabelle |
| Fernwärmepreise andere Städte | 2026 | Schätzwerte, Verifikation läuft |
| Förderprogramme Bund | Fassung vom 21.07.2026 | Verifiziert |
| Förderprogramme München | Richtlinienheft vom 02.07.2026 | Verifiziert |
| Zonenzuschnitt München | Wärmeplan 2024 | Verifiziert |
| CO2-Preispfad ab 2028 | Schätzung | Nicht verifizierbar, ETS2-Marktpreis |
Preisblätter werden jährlich neu erfasst, Förderprogramme bei jeder Novelle. Wesentliche Modelländerungen werden auf dieser Seite mit Datum vermerkt.
Selbst nachrechnenFür Redaktionen und Fachleute+
Mit den Angaben oben lässt sich der Referenzfall vollständig nachvollziehen. Der Rechenweg für ein einzelnes Jahr:
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