CheckHausZum Rechner
Methodik

Wie CheckHaus rechnet

Jede Annahme, jede Quelle, jede Grenze. Damit Sie das Ergebnis nachrechnen können, statt es glauben zu müssen.

Stand: 22. September 2026

In fünf Sätzen

  1. Wir vergleichen drei Kostenkurven über zwanzig Jahre, von 2026 bis 2045: Ihre Gasheizung behalten, auf eine Wärmepumpe wechseln, an die Fernwärme gehen.
  2. Der Kern ist das Netzentgelt: Wenn Haushalte das Gasnetz verlassen, verteilen sich dieselben Netzkosten auf weniger Anschlüsse, und der Preis pro Anschluss steigt.
  3. Wie viele Haushalte gehen, nehmen wir aus dem beschlossenen Wärmeplan Ihrer Stadt, nicht aus einer eigenen Schätzung.
  4. Alle Preise stammen aus veröffentlichten Preisblättern und amtlichen Quellen, die unten mit Datum aufgeführt sind.
  5. Das Ergebnis ist eine Prognose über zwanzig Jahre und damit keine Zusage. Wir zeigen deshalb eine Spanne und legen offen, wo das Modell an seine Grenzen stößt.
Referenzfall dieser Seite. Alle Beispielzahlen unten sind mit demselben Fall gerechnet: Einfamilienhaus in München, Verdichtungsgebiet, 18.000 kWh Gasverbrauch im Jahr. Ergebnis: Gas 99.492 €, Wärmepumpe 64.211 €, Fernwärme 80.304 € über zwanzig Jahre. Gerechnet ohne Kesselersatz, die Bio-Treppe greift in diesem Fall also nicht. Steht bei Ihnen ein Kesselersatz an, fallen die Gaskosten im Rechner höher aus.

Für welche Städte das gilt

Das Verfahren oben ist nicht an eine Stadt gebunden. Es braucht drei Quellen: das Preisblatt des örtlichen Gasnetzbetreibers, den beschlossenen Wärmeplan der Stadt und die Förderprogramme von Bund und Kommune. Wo diese Quellen geprüft vorliegen, rechnen wir mit ihnen. Wo sie fehlen, rechnen wir mit Ersatzwerten, und die Tabellen weiter unten sagen an jeder Zahl, welcher Fall vorliegt.

QuelleMünchenÜbrige Netzgebiete
Netzentgelt GasPreisblatt SWM Infrastruktur 2026, PrimärquellePreisblatt des zuständigen Netzbetreibers, soweit hinterlegt
GaspreisGrundversorgung SWM, Preisblatt 20267,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2, bundesweiter Ansatz
Wärmeplan und AbwanderungspfadWärmeplan 2024, Zielpfad aus dem FfE-Abschlussberichtsiehe Abschnitt Grenzen
FernwärmepreisePreisblatt M-Fernwärme München ab 01.01.2026 und Preisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH ab 01.08.2026, beide PrimärquelleEntfernung des Hauses zur Fernwärmeleitung, siehe Hausanschluss unten
Kommunale FörderungFKG München, Richtlinienheft vom 02.07.2026nur Bundesförderung
München ist die erste Stadt mit vollständig geprüften Quellen. Weitere folgen. Die Rechenmethode ändert sich dadurch nicht, es kommt je Stadt eine Zeile in dieser Tabelle dazu. Bis dahin steht hinter jeder Zahl unten, ob sie aus einer Primärquelle stammt oder ein Ersatzwert ist.

Im Detail

Was genau verglichen wirdDrei Kurven, ein Wechselzeitpunkt

Für jedes Jahr von 2026 bis 2045 rechnen wir drei Jahreskosten aus:

KurveEnthält
GasNetzentgelt, Erdgas-Arbeitspreis, CO2-Kosten, Kapazitätsabgabe, Messdienstleistung, Wartung des Kessels und eine Erneuerung des Kessels am Ende seiner Lebensdauer
WärmepumpeStromkosten für den Heizbedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl, Wartung, Abschreibung der geförderten Investition über zwanzig Jahre
FernwärmeArbeitspreis, Grundpreis, Abschreibung des geförderten Hausanschlusses über dreißig Jahre

Danach prüfen wir jedes mögliche Wechseljahr durch: Gas bis Jahr X, danach die Alternative. Das Jahr mit den niedrigsten Gesamtkosten ist der ausgewiesene optimale Wechselzeitpunkt. Die Ersparnis ist die Differenz zwischen diesem Pfad und dem Pfad, bei dem Sie beim Gas bleiben.

Fernwärme wird nur dann verglichen, wenn laut Wärmeplan überhaupt ein Netz in Ihrem Gebiet vorgesehen ist und für Ihre Stadt echte Preisdaten vorliegen. Sonst bleibt die Kurve leer, statt mit fremden Tarifen gefüllt zu werden.

Der Kern: warum das Netzentgelt steigtEine Formel mit zwei belegten Größen

Das Netzentgelt ist der Teil Ihrer Gasrechnung, der für Bau und Betrieb des Verteilnetzes anfällt. Es steigt aus zwei unabhängigen Gründen, und beide rechnen wir getrennt:

Netzentgelt(Jahr) = Netzentgelt(Vorjahr) × (1 + i) / (1 − λ)
GrößeBedeutungWert
iKostensteigerung des Netzbetreibers, gemessen an seiner genehmigten Erlösobergrenze3,82 % pro Jahr
λAnteil der Haushalte, die das Gasnetz pro Jahr verlassen6,1 % bis 2030, danach 9,9 %

Der zweite Teil ist der entscheidende. Die Netzkosten sind weitgehend fix, sie fallen nicht, wenn Kunden gehen. Bei zehn Prozent weniger Anschlüssen zahlt jeder verbliebene Haushalt rund elf Prozent mehr, allein durch die Verteilung.

Im Referenzfall führt das von 477 € im Jahr 2026 auf 5.973 € im Jahr 2045.

Das Netzentgelt gilt netzweit, nicht je Stadtteil. Die Bundesnetzagentur genehmigt die Erlösobergrenze je Netzbetreiber. Ein Haushalt in der Innenstadt zahlt denselben Grundpreis wie einer am Stadtrand. Wir rechnen deshalb eine einzige Netzentgeltkurve für das gesamte Netzgebiet und nicht fünf verschiedene für fünf Zonen.
Alle Parameter mit QuelleWerte, Herkunft, Stand

Gasseite

ParameterWertQuelle
Netzentgelt BasisjahrGrundpreis plus Arbeitspreis mal Verbrauch, aus dem Preisblatt des zuständigen Netzbetreibers. München 2026: 42,27 € Grundpreis, 1,9912 ct/kWh, netto. Im Modell für München mit 19 % Umsatzsteuer, weil alle anderen Preise brutto sindPreisblatt SWM Infrastruktur 2026
Kostensteigerung i3,82 % pro JahrAngepasste Erlösobergrenze SWM Infrastruktur 2023 bis 2025. Gegenprobe am Fenster 2017 bis 2021: 3,35 %
Abwanderung λ6,1 % pro Jahr bis 2030, danach 9,9 %Kommunale Wärmeplanung München, Zielpfad aus dem FfE-Abschlussbericht "Wärmestrategie München" vom 30.01.2024, Kapitel 9.2
Realisierungsgrad1,0Gesetzt, nicht gemessen. Siehe Grenzen
Gaspreis 2026München: Grundversorgung der SWM, 11,26 ct/kWh plus 185,24 € Grundpreis im Jahr (brutto, 7.501 bis 103.000 kWh; andere Stufen entsprechend). Netzentgelt und CO2-Preis werden herausgerechnet und laufen getrennt weiter, der Rest steigt um 2 % pro Jahr. Andere Städte: 7,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2, siehe GrenzenPreisblatt M-Erdgas Allgemeine Preise, SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.01.2026. Steigerung von 2 % ist eine Annahme
CO2-Preis65 €/t im Jahr 2026, ansteigend auf 240 €/t im Jahr 2045BEHG-Auktionskorridor und DEHSt für 2026 und 2027, danach ETS2-Pfadschätzung nach Ariadne 2025 und EWI Köln 2025
CO2-Faktor Erdgas183,3 g/kWh, brennwertbezogenEmissionsberichterstattungsverordnung 2030: 202,9 g/kWh heizwertbezogen, umgerechnet mit dem Faktor 0,903. Gegenquelle Umweltbundesamt 2026. Brennwertbezug, weil der Verbrauch aus der Gasabrechnung stammt
Bio-Treppe §43 GModGPflichtanteil klimaneutraler Brennstoffe für neu eingebaute Gasheizungen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Gerechnet als Aufschlag auf den Großhandelsabstand zwischen Biomethan und Erdgas, aktuell 6,5 ct/kWh nettoGesetzestext §43 GModG. Biomethanpreis: EWI, "Biomethan im deutschen Gebäudesektor", 10.06.2026. Abstand gegengeprüft an IW Köln, Report 36/2026
CO2 auf den biogenen AnteilentfälltFür biogene Brennstoffe werden keine Emissionen bilanziert
Weitere FixkostenMünchen: Messung und Abgaben stecken im Tarif, dazu 150 € Kesselwartung. Andere Städte: 270 € pro Jahr, davon 80 € Kapazitätsabgabe, 40 € Messdienstleistung, 150 € KesselwartungKesselwartung: Erfahrungswert. Übrige Werte: Bundesdurchschnitt
Erneuerung des Gaskessels7.500 € einmalig in dem Jahr, in dem die heutige Heizung 27 Jahre alt wird. Ohne Angabe des Baujahrs nehmen wir an, sie ist heute 20 Jahre alt, die Erneuerung fällt dann in sieben Jahren an. Wer auf Gas bleibt, kauft irgendwann einen neuen Kessel. Diese Ausgabe stand bis zum 30.09.2026 nicht in der Rechnung, die ausgewiesene Ersparnis war dadurch um diesen Betrag zu niedrigPreisspanne 6.000 bis 9.000 € für eine Gaszentralheizung im Einfamilienhaus inklusive Einbau: co2online, Stand 21.05.2026. Lebensdauer 27 Jahre, hergeleitet aus der gemessenen Tauschrate von 3,69 % im Bestand (ZIV und BDH)

Wärmepumpe

ParameterWertQuelle
Strompreis24,19 ct/kWh im Jahr 2026, plus 1,5 % pro JahrSWM Wärmepumpentarif nach §14a EnWG, gültig ab 01.02.2026
Jahresarbeitszahl2,3 bis 3,8, geschätzt aus Heizkörpertyp und BaujahrEigene Schätzung. Fußbodenheizung 3,8, Niedertemperatur 3,2, Gussheizkörper 2,3
InvestitionAus der Heizlast (Verbrauch geteilt durch 1.800 Stunden), auf 100 € gerundet. Beispiele: 12 kW rund 38.500 €, 30 kW rund 73.700 €. Ohne Netzverstärkung, Schallschutz und SonderaufstellungKurvenform aus dem Münchner Wärmeplan (FfE, Anlage 01a, Tabelle 7-6), Höhe angepasst an abgerechnete Anlagen 2023 (ifeu im Auftrag des BMWK, 2025). Über 30 kW hochgerechnet. Ersetzbar durch eigene Angabe
FörderungAus der hinterlegten Programmdatenbank, Bund und Kommune kombiniert, mit HöchstgrenzenBEG EM in der Fassung vom 21.07.2026, FKG München nach Richtlinienheft vom 02.07.2026
AbschreibungGeförderte Investition über zwanzig JahreNutzungsdauer
Wartung200 € pro Jahr, steigend um 10 € je BetriebsjahrErfahrungswert

Fernwärme

ParameterWertQuelle
Arbeitspreis13,99 ct/kWh brutto, das sind 11,76 ct nettoPreisblatt M-Fernwärme München, gültig ab 01.10.2026
GrundpreisLeistungspreis 47,47 € je kW und Jahr netto, mal der berechneten Heizlast, plus Messpreis. Für ein Haus mit 10 kW sind das rund 653 € brutto im Jahr. Ist für eine Stadt kein Leistungspreis hinterlegt, rechnen wir ersatzweise mit 500 €Preisblatt M-Fernwärme München, gültig ab 01.01.2026
Preissteigerung3,5 % pro JahrGemessen am deutschen Fernwärme-Preisindex: strukturell 1,2 bis 1,5 % pro Jahr, überlagert von zwei Preissprüngen (2022 und 2024, letzterer allein 27 %). Über fünfzehn Jahre mit beiden Sprüngen ergeben sich 4,7 % pro Jahr. Unsere 3,5 % liegen dazwischen, also strukturelle Rate plus ein Aufschlag für weitere Sprünge. Quelle: Eurostat, Verbraucherpreisindex Wärmeenergie, Stand 2025
Hausanschluss München10.349 € brutto. Darin Baukostenzuschuss 3.967 €, Netzanschlusspauschale 5.880 € und Inbetriebnahme 502 €, jeweils für ein Einfamilienhaus bis 30 kWPreisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.08.2026
Was im Hausanschluss NICHT enthalten istDie Pauschale deckt drei Meter Leitung im Gebäude. Jeder zusätzliche Meter im Erdreich kostet 827 € brutto. Ein Haus fünfzehn Meter von der Leitung entfernt kommt damit auf rund 22.800 € statt 10.349 €. Wir rechnen ohne diesen Zuschlag, setzen die Fernwärme also eher zu günstig anPreisblatt Netzanschlüsse der SWM Versorgungs GmbH, gültig ab 01.08.2026
Hausanschluss andere Städte15.000 € als Annahme, solange kein Preisblatt hinterlegt istAnnahme
AbschreibungGeförderter Hausanschluss über dreißig JahreNutzungsdauer
Die 3,5 % sind unreguliert gerechnet. Das Bundeskabinett hat am 26.08.2026 Eckpunkte für ein Wärmenetzgesetz beschlossen, darunter eine behördliche Preisaufsicht für Fernwärme und eine verpflichtende Preistransparenzplattform. Kommt die Aufsicht so, dürfte die Fernwärme langsamer steigen als hier unterstellt. Unsere Annahme ist damit eher vorsichtig gegenüber der Fernwärme, nicht zu ihren Gunsten. Wir ändern die Zahl erst, wenn ein Gesetzestext vorliegt. Die Eckpunkte enthalten weder einen Preisdeckel noch eine Formel, aus der sich ein anderer Wert ableiten ließe.

Rechnung insgesamt

ParameterWert
Betrachtungszeitraum2026 bis 2045, also zwanzig Jahre
BarwertZusätzlich ausgewiesen mit 3 % Diskontsatz. Der Vergleich selbst läuft über die nominalen Summen
MehrwertsteuerAlle Preise brutto
Die Spanne und der SchockfallWie unsicher das Ergebnis ist

Ein Basiswert allein wäre eine Scheingenauigkeit. Wir rechnen deshalb drei Szenarien plus zwei Sonderfälle. Variiert werden dabei die Preisannahmen für Gas und Strom sowie die Kostensteigerung des Netzbetreibers.

SzenarioErsparnis im Referenzfall
Optimistisch, aus Sicht des Gaskunden30.182 €
Basis36.908 €
Pessimistisch, aus Sicht des Gaskunden43.508 €
Preisschock wie 2022, separat ausgewiesen104.321 €
Wärmeplan wird nur zu 60 % umgesetzt20.416 €

Der Preisschock steht bewusst außerhalb der Spanne. Ein einmaliger Sprung wie 2021 auf 2022 ist etwas anderes als eine dauerhaft höhere Steigerungsrate, und beides in einen Wert zu mischen hat die Spanne früher verzerrt. Dass das Risiko real ist, zeigt derselbe Netzbetreiber: Die Erlösobergrenze von SWM Infrastruktur stieg 2021 auf 2022 um 47 Prozent.

Was am stärksten wirkt. Nicht das Netzentgelt. Die gesamte Spanne der Kostensteigerung i bewegt das Ergebnis im Referenzfall um rund 2.500 €. Die Annahmen zu Gas- und Strompreis bewegen ein Vielfaches davon. Wer die Prognose verengen will, muss dort ansetzen.
Wo wir höher liegen als andere. Unser Netzentgelt erreicht 2045 rund 33 ct/kWh brutto, das sind 28 ct ohne Umsatzsteuer. Fraunhofer IFAM kommt in einem synthetischen Modellnetz auf 22 ct/kWh, das IW Köln setzt einen linearen Korridor bis 6,8 ct/kWh an und rechnet die Entgeltspirale gar nicht. Der Unterschied zu IFAM ist erklärbar: Wir messen die Kostensteigerung an der genehmigten Erlösobergrenze eines konkreten Netzbetreibers, IFAM leitet sie aus einem Anlagenmodell ab und normiert auf den Bundesdurchschnitt. Wer unsere Zahl für zu hoch hält, sollte genau hier ansetzen. Wir halten den IFAM-Wert für den unteren Rand. Wichtig zur Einordnung: IFAM unterstellt nicht weniger Abwanderung als wir, sondern eine Gasnachfrage, die bis Ende 2045 auf null geht. Der Unterschied liegt allein auf der Kostenseite. Gerechnet mit der Fraunhofer-Steigerung statt unserer liegen die kumulierten Gaskosten des Referenzfalls 2045 bei 85.261 € statt 94.125 €, also rund neun Prozent darunter. Bis etwa 2035 sind beide Pfade kaum zu unterscheiden, und die Reihenfolge der Optionen ändert sich in keinem Jahr. Wir weisen deshalb einen Pfad aus und nennen den Unterschied hier, statt zwei Kurven nebeneinanderzustellen.
Wann das Ergebnis kipptDie Gegenprobe, offen gerechnet

Gerechnet über alle 75 Münchner Postleitzahlen und fünf Gebäudetypen kommt der Rechner in allen 47 Postleitzahlen mit Fernwärme zum selben Ergebnis: Die Wärmepumpe ist günstiger. Ein Rechner, der immer dasselbe sagt, gehört überprüft. Deshalb hier die Bedingungen, unter denen das Ergebnis sich dreht.

GrößeKippt allein beiZum Vergleich: heutiger Wert
Jahresarbeitszahl der Wärmepumpeunter 1,72,3 bis 3,8 je nach Gebäude
Arbeitspreis Fernwärmeunter 8,9 ct/kWh13,99 ct/kWh in München
Strompreisüber 37,9 ct/kWh24,19 ct/kWh im Wärmepumpentarif

Einzeln kippt also fast nichts. Kombinationen sehr wohl: Ein Altbau mit einer Jahresarbeitszahl von 2,2, dazu ein Abwärmenetz mit 7 ct/kWh und eine Wärmepumpeninvestition von 38.000 €, und das Ergebnis dreht sich um rund 22.000 € zugunsten der Fernwärme.

Im Mehrfamilienhaus entscheiden die Kosten, wie beim Einfamilienhaus. Große Anlagen sind teurer, das steckt in der Investition. Ab rund 30 kW weist das Ergebnis zusätzlich darauf hin, dass Aufstellung und Schallschutz vom Fachbetrieb geprüft werden müssen. Nur bei Denkmalschutz empfiehlt der Rechner die Wärmepumpe nicht.

Was dieses Modell nicht kannDie ehrliche Liste
  • Außerhalb Münchens ist der Gaspreis ungenauer. Nur für München ist ein echter Endkundentarif hinterlegt. Anderswo rechnet das Modell mit 7,8 ct/kWh plus Netzentgelt und CO2-Preis. Die 7,8 ct stammen aus einer Quelle, die bereits einen Endpreis inklusive Netzentgelt und CO2 nennt. Der Gaspreis fällt dort also eher zu hoch aus, die Ersparnis durch einen Wechsel eher zu hoch.
  • Es gibt kein Abschaltdatum. In München besteht kein Anschluss- und Benutzungszwang. Die Landeshauptstadt hält fest, dass der Wärmeplan keine Verpflichtung für Gebäudeeigentümer darstellt, und die Wärmesatzung vom 26.11.2025 entfaltet keine rechtliche Außenwirkung. Die Jahreszahlen im Rechner sind Erschließungsjahre, also wann Fernwärme ankommt, keine Abschaltjahre.
  • Die Abwanderung ist stadtweit gerechnet, nicht je Stadtteil. Der Wärmeplan trifft seine Aussage für die ganze Stadt. Wir teilen sie nicht auf Zonen auf, weil dafür keine Quelle vorliegt. Folge: Die Kostenkurve ist in allen Zonen gleich, die Zonen unterscheiden sich nur darin, ab wann Fernwärme überhaupt verfügbar ist. Eine Aufteilung ist in Arbeit und würde die ausgewiesene Ersparnis in Fernwärmegebieten voraussichtlich senken.
  • Fernwärme steigt bei uns schneller als Gas, und das ist eine Setzung. Wir schreiben den Gaspreis mit 2 Prozent pro Jahr fort, die Fernwärme mit 3,5 Prozent. Gemessen wachsen beide strukturell ähnlich schnell, rund 1,2 bis 1,5 Prozent. Der Unterschied kommt aus den Preisgleitklauseln der Fernwärme und dem laufenden Netzausbau, der über den Preis finanziert wird. Wer diese Annahme nicht teilt, rechnet die Fernwärme günstiger als wir.
  • Der Realisierungsgrad ist gesetzt. Wir unterstellen im Basisfall, dass der Wärmeplan wie beschlossen umgesetzt wird. Das Szenario mit 60 Prozent Umsetzung zeigt, was ein langsamerer Verlauf bedeutet. Seit dem 30.09.2026 gibt es dazu zwei Münchner Messungen, und sie widersprechen sich: Die amtlichen Kehrbuchdaten des Bayerischen Landesamts für Statistik zeigen zwischen 2023 und 2024 einen Rückgang der Gasheizungen um 7,4 Prozent, die von der SWM veröffentlichten Ausspeisepunkte im Niederdrucknetz dagegen nur um 0,7 Prozent im Jahr. Unser gesetzter Wert liegt zwischen beiden. Welche der Reihen die richtige Größe misst, klären wir gerade mit beiden Stellen.
  • Die Kostenseite ist gemessen, die Abwanderung noch nicht abschließend. Die Steigerung des Netzentgelts stammt aus den tatsächlichen Erlösobergrenzen von 178 Netzbetreibern. Die Gas-, Strom- und Fernwärmepreise haben wir gegen die amtlichen Preisreihen seit 2007 zurückgerechnet. Wie schnell Haushalte wirklich aussteigen, ist die letzte große Größe, die noch an einer Annahme hängt.
  • Nach 2040 schreiben wir die Abwanderung flach fort. Der Zielpfad des Wärmeplans ist bis 2040 belegt, danach setzen wir dieselbe Rate weiter an. Rechnerisch hängen dadurch 2045 noch rund 15 Prozent der Haushalte am Gasnetz. Läuft der Ausstieg tatsächlich gegen null, fallen die Netzentgelte der letzten Jahre höher aus als hier gezeigt. Diese Annahme wirkt also zugunsten des Gases und senkt die ausgewiesene Ersparnis.
  • Die Grüngasquote für Bestandsheizungen ist nicht eingepreist. Das Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit dem 29.07.2026, kennt zwei Beimischungspflichten. Die Bio-Treppe nach §43 trifft nur, wer eine neue Gasheizung einbaut, und die rechnen wir mit. Die Grüngasquote nach §42a trifft jeden Gasbezug, ihr Quotenpfad ist aber noch nicht festgelegt. Das Gesetz dazu muss die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 vorlegen. Bis dahin fehlt sie in der Rechnung, was die ausgewiesenen Gaskosten eher senkt als erhöht.
  • Fernwärmedaten sind nur für München verifiziert. Für andere Städte sind die hinterlegten Werte Schätzungen. Dort wird die Fernwärme nur angezeigt, wenn echte Preisdaten vorliegen.
  • Nicht abgebildet: Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, eigener Photovoltaikstrom, Mieterstrommodelle, steuerliche Effekte, Finanzierungskosten und der Restwert der bestehenden Heizung.
  • Es ist eine Prognose über zwanzig Jahre. Kein Modell kann heute belegen, was 2040 gilt. Das Ergebnis ist eine begründete Rechnung, keine Zusage.
Datenstand und AktualisierungWas wann geprüft wurde
DatenbestandStandStatus
Netzentgelt-Preisblätter München2026Verifiziert an der Primärquelle
Fernwärmepreise München2026Arbeits- und Leistungspreis sowie Hausanschluss verifiziert an der Primärquelle, zuletzt am 30.09.2026
Preissteigerung Fernwärme3,5 % pro JahrAnnahme, gegen den Preisindex plausibilisiert. Siehe Parametertabelle
Fernwärmepreise andere Städte2026Schätzwerte, Verifikation läuft
Förderprogramme BundFassung vom 21.07.2026Verifiziert
Förderprogramme MünchenRichtlinienheft vom 02.07.2026Verifiziert
Zonenzuschnitt MünchenWärmeplan 2024Verifiziert
CO2-Preispfad ab 2028SchätzungNicht verifizierbar, ETS2-Marktpreis

Preisblätter werden jährlich neu erfasst, Förderprogramme bei jeder Novelle. Wesentliche Modelländerungen werden auf dieser Seite mit Datum vermerkt.

Selbst nachrechnenFür Redaktionen und Fachleute

Mit den Angaben oben lässt sich der Referenzfall vollständig nachvollziehen. Der Rechenweg für ein einzelnes Jahr:

Netzentgelt 2026 = 42,27 € + 1,9912 ct × 18.000 kWh / 100 = 401 € Netzentgelt 2027 = 401 € × 1,0382 / (1 − 0,061) = 443 € Erdgas 2027 = 7,8 ct × 1,02 × 18.000 kWh / 100 = 1.432 € CO2 2027 = 18.000 kWh × 183,3 g / 1.000.000 × 68 €/t = 224 € Fixkosten = 270 € Gaskosten 2027 = 2.369 €

Für Rückfragen zur Methode, zu einzelnen Parametern oder für die Rohdaten eines konkreten Falls: kontakt@checkhaus.de. Wir beantworten methodische Rückfragen auch dann, wenn sie auf eine Gegenrechnung hinauslaufen.

Warum wir das offenlegen

Der Wärmemarkt leidet an fehlender Transparenz. Ein Rechner, der selbst intransparent ist, macht das Problem nicht kleiner. Prüfen Sie unsere Annahmen, und sagen Sie uns, wo wir falsch liegen.

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